Tibet und Olympia in China

admin am 7. April 2008 um 14:13

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass die gesteigerte Aufmerksamkeit rund um Olympia für die Belange Tibets eingesetzt wird. Kein Wunder, jeder der das einmaleins der PR versteht, sieht diese Möglichkeit. Der Boykott der olympischen Spiele - selbstverständlich ist auch das ein Thema. Davon abzusehen rät jedoch selbst der Dalai Lama und insbesondere auch die betroffenen Sportler. Man können nicht mit dem Sport Probleme lösen, die seit Jahrzehnten von der Politik nicht angegangen wurden.

Jüngst hat sich der Präsident des Olympischen Komitees Jacques Rogge zu Wort gemeldet. Einem Bericht der BBC zu Folge stellte klar, dass das IOC eine schnelle und friedliche Lösung fordert. Der Chinesische Regierung jedoch sind die zahlreichen Proteste entlang des Fackellaufs wie beispielsweise in London und Paris ein Dorn im Auge.

Übrigends: in der Zeit war ein umfassender und kritischer Artikel über die Rolle des Dalai Lamas zu lesen. Dort wird dessen Position ebenso dargestellt wie sein Dilemma, dass seine eigenen Landsleute nicht mehr auf seine Friedensaufrufe hören.

Unruhen in Tibet

admin am 14. März 2008 um 23:34

Die Medien berichten momentan übereinstimmend von Ausschreitungen. Kundgebungen zum Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes eskalierten und wurden von der Polizei mit Gewalt zerschlagen. Zu den Details gibt es bislang wenig bestätigte Informationen. Es ist von Ausgangssperren, Toten und zahlreichen Festnahmen durch die Polizei die Rede. Die Demonstranten möchten die durch die anstehenden Olympischen Spiele in China gesteigerte Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit nutzen. Tatsächlich haben bereits mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, China zu Gesprächen mit Tibet aufgefordert.

Da mir momentan auf Grund anderer Projekte die Zeit fehlt einen ausführlichen Bericht zu verfassen, verweise ich auf die folgenden Artikel:

Das Auswärtige Amt hat übrigens von Reisen nach Tibet abgeraten:

Besuch des Dalai Lama im Überblick

admin am 17. Oktober 2007 um 16:58

Die Zeit des Dalai Lama Besuchs im deutschsprachigen Raum ist auf der tibetur.de leider wegen technischer Probleme untergegangen. Dabei ist dieser ebenso interessant wie die Reaktionen der VR China auf die verschiedenen Empfänge. Für alle Interessenten habe ich einige Links zusammengestellt, die einen Überblick geben.

Auf Spiegel Online findest man eine schön geschriebene und kritische Übersicht über die Besuche:

Die Reaktion der VR China auf den Empfang seiner Heiligkeit durch Bundeskanzlerin Angela Merkel kann auf der netzeitung.de nachgelesen werden:

Eine Einschätzung der tatsächlichen und der zu erwartenden Folgen für Politik und Wirtschaft findet sich auf den Seiten der Süddeutschen:

Zahlreiche weitere Artikel zu den verschiedenen Teilen des Besuch findet man im Internet und in allen größeren Publikationen.

Panchen Lama - Vertrauter des Dalai Lama

admin am 16. Oktober 2007 um 15:28

Der Dalai Lama ist jeder Person bereits ein Begriff. Weitaus unbekannter ist der meist als zweitwichtigste religiöse Figur des tibetischen Buddhismus betrachtete Panchen Lama, der eigentlich Panchen Rinpoche betitelt wird. Sein Name bedeutet aus dem tibetischen übersetzt “großes Gelehrtenjuwel” und deutet darauf hin, dass er ein einflussreicher, spiritueller Lehrer ist. Er entstammt wie der Dalai Lama auch der Gelug-Schule, die jüngste der vier Hauptschulen des Buddhismus im Tibet.

Panchen Lama als einer von etwa 1000 Tulkus

Der Panchen Lama ist für den Buddhismus vor allem durch sein Rolle bei der Bestimmung des Dalai Lama wichtig. Er ist einer der etwa 1000 Tulkus, die eine tibetisch-mongolisch-chinesische Besonderheit im Buddhismus sind. Man versteht darunter einen buddhistischen Meister, den dafür bevollmächtigte als die Wiedergeburt eines frühren Meisters erkannt haben. Diese Meister haben sich entschieden wieder als gewöhnliches menschliches Wesen auf die Welt zu kehren, obgleich sie durch ihre Erleuchtung den Kreislauf der Wiedergeburt hätten verlassen können. Selbst der Dalai Lama ist einer der zahlreichen Tulkus, er zählt als Verkörperung des Bodhisattva Avalokiteshvara. Tulku ist man bereits von Geburt an und wir meist durch einen oder mehrere Lamas identifiziert und anerkannt.

Als ein Wesen, dass bewusst wiedergeboren wurde, um den fühlenden Wesen (Menschen) zu helfen, zählt der Panchen Lama als Reinkarnation des Buddha Amitabha (Budda des unermesslichen Lichtes). Zu seinen Aufgaben zählt insbesondere die Ausbildung der Dalai Lamas als dessen Lehrer. Dies begründet auch sein hohes ansehen in der tibetischen Kultur.

Panchen Lama als Lehrer des Dalai Lama

Die “Institution” des Panchen Lamas entstand im 17. Jahrhundert und kann auf Ngawang Lobsang Choegyen, den 5. Dalai Lama zurückgeführt werden. Dieser erkannte nach dem Tod seines Lehrers dessen Bedeutung und stellte fest, dass dieser als Reinkarnation des Buddha Amitabha dessen religöses Wirken fortsetzte. Sein Lehrer trug den Namen Lobsang Choekyi Gyaltsen und hatte bereits den 4. Dalai Lama auf dessen Weg begleitet. Neben Lobsang Choekyi Gyaltsen wurden drei weitere Gelehrte in der Vergangenheit des Tibets als Reinkarnationen anerkannt und als die ersten vier Panchen Lamas anerkannt.

Seit dieser Zeit wird nach dem Tod des bisherigen Panchen Lama die neue Reinkarnation gesucht und eingesetzt. Bislang gab es zehn Panchen Lamas, mit dem aktuell elften Panchen Lama begann die akutelle Kontroverse. Über Jahrhunderte hinweg beeinflussten sich der Dalai Lama und der Panchen Lama hinweg stark. So sind sie zunächst an der Identifizierung und Anerkennung des jeweils anderen beteilig. Weiterhin tritt der ältere der beiden jeweils als Tutor des jüngeren auf.

Panchen Lama als jüngster politischer Gefangener der Welt

Der 11. Panchen Lama wurde am 14. Mai 1995 im Alter von 6 Jahren durch den derzeitigen 14. Dalai Lama anerkannt. Dem ging eine erfolgreiche Suche nach diesem vorraus, die Gêdün Qoigyi Nyima als den richtigen erkannte. Der Dalai Lama führte die Suche mit der Unterstützung eines dafür eingerichteten Kommittes durch, deren Vorgehen im Internet nachzulesen ist. Der Dalai Lama berichtet, dass der Junge bereits beim ersten Besuch sie ohne Aufregung und Angst begrüßte als sei er ein alter Freund. Obgleich die chinesische Regierung die Arbeit des Suchteams inklusive dessen Kontakt mit dem im Exil befindlichen Dalai Lama billigte, erkennt sie den 11. Panchen Lama nicht an - vermutlich auch, da der Dalai Lama ohne Absprache mit Ihnen Gêdün Qoigyi Nyima bestimmte.

Nach drei Tagen wurde der junge Panchen Lama und seine Familie von chinesischen Sicherheitskräften entführt. Zunächst wurde dies nicht von der chienesischen Regierung bestätigt, nach einem Jahr jedoch gestand diese ein, damit in Verbindung zu stehen. Man habe den Knaben, wie von den Eltern erbeten, in seine Obhut genommen, denn “er liefe sonst Gefahr, von Separatisten gekidnappt zu werden” was seine Sicherheit bedrohen würde. Bis heute gilt er als jüngster politischer Gefangener der Welt. Unter anderem hatten auch mehrere internationale Organisationen versucht mit dem Panchen Lama und seiner Famillie Kontakt aufzunehmen. Die VR China verwehrte dies jedoch generell und der derzeitiger Aufenthaltsort und Zustand derer ist gänzlich ungekannt.

Einflussnahme Chinas auf die Bestimmung des Dalai Lama?

Wie oben beschrieben trägt der Panchen Lama eine wichtige Rolle zur Bestimmung des Dalai Lamas. Aus diesem Grund wird vermutet, dass die VR China mit dieser Maßnahme ihren Einfluss darauf ausbauen wollte. Gestützt wird diese These durch die Einsetzung des Jungen Gyaincain Norbu als Panchen Lama am 8. Dezember 1995. Obgleich dieser nur durch den Dalai Lama anerkannt werden kann, wurde dieser nach einem Ritus aus dem 18. Jahrhundert (Ziehung aus einer goldenen Urne im Jokhang in Lhasa) zum Panchen Lama erhoben. Zwar stimmte ein Teil des tibetischen Klerus zu, von den meisten Tibetern wird dieser jedoch nicht anerkannt. Zu erkennen ist dies auch daran, dass in den meisten tibetischen Klöstern entgegen der Tradtion keine Bilder des 11. Panchen Lama zu finden sind. Gyaincain Norbu lebt nicht wie tradtionelle im Tashilhunpo-Kloster in der Region Xigazê sondern in der chinesischen Hauptstadt Peking.

Bis heute gibt es zwei Positionen, welcher der beiden nun der “echte” Panchen Lama sei. Die Mehrheit der Menschen sieht im Vorgehen der Regierung Chinas einen Eingriff in die Religionsfreiheit der Tibeter, die es nach internationalen Standards auch beinhaltet, dass die religiösen Würdenträger selbst besetzt werden können. Zahlreiche internationale Organisationen setzen sich für die Freilassung von Gêdün Qoigyi Nyima und dessen Familie ein.

Weitere Informationen im Internet:

Dalai Lama spricht 2008 in Deutschland

admin am 16. Oktober 2007 um 13:34

Besuch des Dalai Lama 2008Der 14. Dalai Lama kommt nach seinem Besuch im Jahr 2007 im Mai der nächsten Jahres bereits wieder nach Deutschland. Auf seiner Reise besucht er auch der mir bekannte Frankenland und so habe ich mir Karten für einen seiner Vorträge geangelt. Ich werde mit Christa und einigen anderen am 18. Mai 2008 in Bamberg seinem Vortrag zum Thema „Religion: Friedensstifter oder Kriegstreiber?“ hören.

Neben dem Auftritt in der Bamberger JAKO-Arena wurden noch folgende Termine bekannt gegeben:

  • Bochum, 16. Mai 2008, RuhrCongress, 13.00 Uhr
    Herausforderung Zukunft – Rede: „Menschenrechte und Globalisierung –Welchen Herausforderungen müssen wir uns stellen?“
  • Mönchengladbach, 17. Mai 2008, Flughafen – Halle 6, 10.00 Uhr
    Vortrag „Frieden und Menschenrechte – Die Grundlagen der modernen Gesellschaft“,
    im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Nobelpreisträger in Mönchengladbach“
  • Nürnberg, 18. Mai 2008, Meistersingerhalle, 9.30 Uhr
    „Menschenrechte als Verpflichtung. Lehren aus der Geschichte.“

Der Besuch wird von der Tibet Initiative Deutschland e.V. mit Sitz in Berlin organisiert. Auch die Hauptstadt wird das geistige und weltliche Oberhaupt der Tibeter besuchen um sich dort mit Vertretern von Politik und verschiedenen Organisationen zu treffen.

1989 wurde der Dalai Lama für seinen unaufhörlichen Kampf gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, insbesondere weil der die Anwendung von Gewalt kein geeignetes Mittel dafür fand. Er selbst sieht sich als einfacher buddhistischer Mönch und zählt für viele Menschen zu einem der faszinierendsten Menschen des Globus.

Weitere Informationen im Internet: